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Starkregen ist aufgrund der Unvorhersehbarkeit nach wie vor ein hohes Risiko Feuerwehren tragen Hauptlast der Starkregeneinsätze

56/2021

Aufgrund der Starkregenereignisse im Juni 2021 bat das Kabinett um eine Analyse der eingetretenen Schäden und des sich daraus abzuleitenden kurz- und langfristigen Handlungsbedarfs. „Die jüngsten Unwetterereignisse in Thüringen lassen den Klimawandel ein weiteres Mal sehr real erscheinen. Die Bürgerinnen und Bürger sowie die Behörden und Organisationen der Gefahrenabwehr müssen sich wohl in den nächsten Jahren regelmäßig auf Starkregenereignisse einstellen, wie wird sie am ersten Juniwochenende dieses Jahres in Thüringen erlebten“, betont Innenminister Georg Maier.

Ansicht eines Umkleideraumes, in dem mehrere Feuerwehruniformen aufgehängt sind

Die Starkregenfälle in Thüringen zwischen dem 4. und 6. Juni 2021 brachten Niederschläge von bis zu 25 Litern pro Minute. Punktuell waren sogar Niederschläge von bis zu 50 Liter pro Minute zu verzeichnen. Insbesondere in der Gemeinde Wutha-Farnroda sind im Ortsteil Mosbach durch abfließendes Wasser die Bäche Mosbach und Hainbach über die Ufer getreten, wodurch die Straßen überspült und Autos mitgerissen wurden. Zudem wurden erhebliche Schäden auf privaten Grundstücken festgestellt, u.a. durch überflutete Keller sowie Schlamm und Geröll auf den Grundstücken.

Grundsätzlich können diese Starkregenfälle überall in Thüringen ohne Vorwarnzeiten auftreten. Hauptproblem in der Prävention vor derartigen Ereignissen besteht in den großen Unsicherheiten der Vorhersage. Aufgrund der hohen Niederschlagsmengen in einem kurzen Zeitraum, kann nur ein geringer Teil des Wassers im Boden versickern. „Vorsorgemaßnahmen verhindern keine Sturzfluten durch Thüringer Gemeinden, dämpfen aber die finanziellen Schäden erheblich. Aber die Vorhaltung auf diese besondere Lage abgestimmter Alarm- und Einsatzpläne in den Gemeinden, in der Bevölkerung bekannte Verhaltensregeln, die technische Vorsorge basierend auf integralen Hochwasserschutzkonzepten und die Stärkung des natürlichen Wasserrückhaltes sind die wesentlichen Säulen zum Schutz vor den Folgen von Starkregen“, bekräftigt Minister Maier.

„Die vorläufige Schadensanalyse hat gezeigt, dass vor allem private Haushalte von den Ereignissen betroffen sind“, so Maier und weiter: „Die Schäden an Landes- und Bundesstraßen sowie Objekten der Landesverwaltung halten sich hingegen nach Informationen des Thüringer Landesamtes für Bau und Verkehr in Grenzen.“ Die Schadensaufnahme ist derzeit noch nicht abgeschlossen.

Mittel zur Schadensbeseitigung, wie mit dem Aufbauhilfefonds nach dem Hochwasserereignis vom Mai und Juni 2013 stehen aktuell für kommunale Infrastruktur nicht zur Verfügung. Auch der Thüringer Katastrophenschutz-Fonds kann für Kosten zur Schadensbeseitigung nicht in Anspruch genommen werden. Betroffene Kommunen können zunächst die allgemeinen EU-, Bundes- oder Landesförderprogramme in Anspruch nehmen, wenn und soweit die Beseitigung der eingetretenen unmittelbaren Schäden und Schadensfolgen mit den jeweiligen Förderzwecken übereinstimmen. Zudem bestehen seit Januar 2021 konkrete Fördermöglichkeiten in der Starkregenvorsorge über die Förderrichtlinie „KlimaInvest“ des TMUEN.

„Für betroffene Bürgerinnen und Bürger steht die Eigenvorsorge und hierbei natürlich auch die finanzielle Absicherung durch eine entsprechende Elementarschadenversicherung im Vordergrund. Hier kann ich nur die Menschen in den entsprechenden Gebieten gerade zu dieser Eigenvorsorge aufrufen, um auftretenden Schäden durch eine finanzielle Absicherung zu minimieren“, betont der Innenminister.

Das Einsatzgeschehen konzentrierte sich insbesondere bei den Feuerwehren im Unstrut-Hainich-Kreis, dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen, dem Ilm-Kreis, dem Wartburgkreis, dem Landkreis Altenburger Land, dem Kyffhäuserkreis sowie dem Landkreis Gotha. Die Einsatzmaßnahmen der Feuerwehren und der Polizei konzentrierten sich dabei hauptsächlich auf das Freiräumen von Straßen, Auspumpen von Kellern, Sicherungsmaßnahmen und Straßensperrungen. Der Katastrophenfall wurde in keiner Gebietskörperschaft festgestellt.

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