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Mehr Personal und wesentlich mehr Lehrgänge empfohlen Bedarfsstudie für Landesfeuerwehrschule bestätigt Entwicklungskonzept

50/2022

Die Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule (TLFKS) sollte deutlich ausgebaut und erweitert werden, damit bis 2035 der steigende Ausbildungsbedarf der Thüringer Feuerwehrleute gedeckt werden kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Bedarfsstudie, die vom Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales bei einer externen Feuerwehrberaterfirma in Auftrag gegeben worden war und heute im Innenausschuss des Thüringer Landtags vorgestellt worden ist.

Marc Stielow - Leiter Projektgruppe TLFKS 2.0, Jörg Henze - Leiter der TLFKS mit Innenminister Georg Maier im intensiven Gespräch anläßlich der #RespektdenRetter-Tour 2021 an der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule (Foto: Steve Bauerschmidt)

Demnach steigt der Bedarf der Lehrgangsplätze im Freistaat innerhalb der nächsten 13 Jahre um mehr als 200 Prozent. Die Gutachter empfehlen daher das Personal der TLFKS von derzeit 51 Beschäftigen auf 70 aufzustocken. Die Bettenkapazität sollte von im Moment 80 auf etwa 138 Betten ausgebaut werden. „Die Experten haben im Prinzip das Ergebnis unserer Machbarkeitsstudie aus dem vergangenen Jahr bestätigt“, sagte Thüringens Innenminister Georg Maier. „Es zeigt also, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Der Bettenbedarf wurde bisher mit rund 150 beziffert.  

Das aktuelle Gutachten hat auch den Raum- und Flächenbedarf der Machbarkeitsstudie und damit die geplanten Ausbau- und Neubauarbeiten grundsätzlich bestätigt. In vier Stufen sollen zwischen 2024 und 2032 Unterkunftsgebäude, Multifunktionsgebäude, Lehr- und Ausbildungsbereich, Fahrzeughalle sowie Technik- und Versorgungsgebäude gebaut werden.

In der Studie wird der zu erwartende Ausbildungsbedarf für 2035 prognostiziert. Die Gutachter kommen zum Ergebnis, dass mit dem derzeitigen Personal und den vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten der zukünftige Lehrgangsbedarf nicht gedeckt werden kann. Sie konstatieren aber auch, dass bereits seit 2017 durch verschiedene Maßnahmen, wie der Einsatz von externen Dozenten, die Lehrgangsteilnehmer-Zahlen erhöht wurde. So werden allein bis Ende nächsten Jahres die Lehrgangsplätze für Gruppenführerlehrgänge von 80 auf 270 mehr als verdreifacht. Auch das Personal wurde in den letzten vier Jahren deutlich verstärkt. „Wir müssen jetzt konsequent unser Entwicklungskonzept weiter umsetzen. Im Fokus steht dabei die Aufstockung des Lehrpersonals und die baulichen Maßnahmen. Mein Ziel ist es, dass Thüringen zu Beginn der 30er Jahre die modernste Feuerwehrschule in Deutschland hat", so der Minister.

Die weiteren Schritte zur Umsetzung des Entwicklungskonzepts sind bereits absehbar. In Kürze erfolgt in Bad Köstritz die Grundsteinlegung zu der im Bau befindlichen Multifunktionshalle. Für die neuen Unterkunftsgebäude wird der Bauantrag gegenwärtig zusammen mit dem Bauministerium finalisiert.     

Um die Lehr- und Ausbildungskapazitäten in den nächsten Jahren weiter zu steigern, schlägt das Gutachten eine strategische Weiterentwicklung vor. So sollen Portfolio und Lehrmethoden durch ein modernes Lehrgangsangebot und sachgerechten Ressourceneinsatz optimiert werden. Außerdem sollen die Bedarfsträger angemessen eingebunden werden, indem die Ausbildung mit den Gebietskörperschaften besser verzahnt wird. Es brauche auch weiter dezentrale Ausbildungslehrgänge mit externen Ausbildern und mehr E-Learning-Kurse mit Präsenztagen, die in Kooperation mit anderen Bundesländern stattfinden sollten. Mit all diesen Maßnahmen wären bis 2035 über 8.000 Aus-, Fort- und Weiterbildungsplätze abzudecken.

Die im Gutachten dargestellten Schwerpunkte werden nun von der TLFKS und der im Innenministerium angesiedelten Projektgruppe priorisiert und abgearbeitet. Das Großbauvorhaben Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule wird weiter so schnell wie möglich umgesetzt.

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