Wie wirkt Crystal?

 

Je nach Konsumform, Reinheitsgrad und Beimengstoffen werden nicht nur die Wirkung, sondern auch die teils zerstörerischen Folgeschäden beeinflusst. Suchtmediziner sprechen im Zusammenhang mit dem Konsum von Crystal von der Gefahr einer sehr schnellen Abhängigkeit. Eine geringe Menge reicht dabei mitunter aus.

Die Substanz bewirkt im Gehirn, dass körpereigene Botenstoffe wie Dopamin und Noradrenalin ausgeschüttet werden. Außerhalb des Gehirns wird Adrenalin freigesetzt. Dieser körperliche Zustand stellt sich ohne Substanzgebrauch sonst nur in Gefahrensituationen ein. Der Organismus ist so stimuliert, dass Grundbedürfnisse wie Schlafen, Hunger, Durst aber auch Empfindungen wie Schmerzen zurückgestellt werden können. Die freigesetzte Energie benötigt der Körper für den gesteigerten Stoffwechsel, die gesteigerte Atmung sowie die Erhöhung von Blutdruck, Puls und Körpertemperatur. Die Wirkungsdauer und Intensität ist abhängig von der Konsumform, der Substanzqualität, dem Gewöhnungsgrad (Toleranz) und der individuellen Verfassung des Anwenders. Wie schnell Crystal wieder aus dem Organismus ausgeschieden wird, kann von Person zu Person variieren.

 

Neben kurzfristigen und positiv erlebten Wirkungen, wie zum Beispiel

  • Gefühle von Euphorie und Aufgeputschtsein
  • gesteigerte körperliche Leistungsfähigkeit
  • Unterdrückung von Hunger
  • Durst und Schlafbedürfnis

können beim Konsum von Crystal negativ erlebte Kurzzeitnebenwirkungen sein:

  • Hautjucken
  • Schweißausbrüche
  • Mundtrockenheit (auch langfristig)
  • Hypermotorik der Kaumuskelaktivität (»Kau-Flash«)
  • Schädigung/Verletzung der Nasenschleimhäute/Nasenscheidewand
  • Schwindel
  • Herzrasen mit plötzlichem Blutdruckanstieg gefolgt von Blutdruckabfall
  • Zittern
  • Muskelkrämpfe
  • Appetitlosigkeit
  • Hyperthermie (Überhitzung des Körpers) verbunden mit einer Vielzahl an Symptomen und Folgen, u. a. Rhabdomyolyse (Absterben quergestreifter Muskulatur)
  • stereotype Verhaltensweisen wie Hautkratzen, Pickel quetschen u. ä.

Einige dieser Aspekte können ein Anzeichen für Überdosierungen sein. In diesen Fällen muss sofort ein Arzt gerufen werden! Der erhofften positiven Wirkung von Leistungsvermögen und Stimmungsaufhellung stehen schwerwiegende Einschränkungen entgegen.

 

Quellen:

Kontaktstelle Jugendsucht- und Drogenberatung der Stadtmission Chemnitz e. V., Broschüre „3 Crystal Meth Bestands-aufnahme DREI“, September 2013

Thüringer Landesstelle für Suchtfragen e. V., Broschüre „Crystal Meth“, 2. Auflage, Juni 2014

 

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