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Landeszentralstelle PSNV

Die Arbeit der Landeszentralstelle für psychosoziale und seelsorgerliche Notfallversorgung im Innenministerium

Landeszentralstelle PSNV

Landeszentralstelle für psychosoziale und seelsorgerliche Notfallversorgung

Die Landeszentralstelle für psychosoziale und seelsorgerliche Notfallversorgung in Thüringen ist Schnittstelle für eine behörden- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit. Als Ansprech- und Netzwerkpartner steht sie für Fragen und Belange der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) zur Verfügung. Die Landeszentralstelle PSNV ist aus einer Kooperation zwischen der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM) und dem Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales (TMIK) gewachsen. Damit erweitert sie das Landespfarramt für Polizei- und Notfallseelsorge und ist angebunden an das Referat 24 für Brandschutz, Rettungswesen, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung.

Über uns

  • Der Terminus Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) umfasst die Gesamtstruktur und die Maßnahmen der Prävention sowie der kurz-, mittel- und langfristigen Versorgung im Zusammenhang von belastenden Notfällen bzw. Einsatzindikationen. Zu den Zielen gehören die Prävention von psychosozialen Belastungsfolgen, die Früherkennung von psychosozialen Belastungsfolgen nach belastenden Ereignissen und die Bereitstellung von adäquater Unterstützung für Betroffene und Einsatzkräfte zur Erfahrungsverarbeitung sowie die notwendige Behandlung von Traumafolgestörungen. 

  • Ein Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang, der Tod im häuslichen Bereich, ein Suizid oder der plötzliche Kindstod sind nur einige der Einsatzindikationen für die psychosoziale und seelsorgerliche Notfallversorgung (PSNV). Angehörige, Überlebende, Hinterbliebene, Zeugen, Vermissende und Einsatzkräfte werden durch Notfallseelsorger und Kriseninterventionsmitarbeiter in der Akutphase betreut. Für diese Aufgabe sind sie eigens geschult und haben sich einer in Deutschland vereinheitlichten Ausbildung unterzogen, die fach- und tätigkeitsbezogen ist. Hierzu gehört unter anderem eine fundierte Grundausbildung in der Gesprächsführung, Stressbewältigung und Psychotraumatologie, ebenso das Wissen über die Struktur, den Aufbau und die Zusammenarbeit mit Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz BOS. Zu diesen Organisationen gehören beispielsweise Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Sie spenden Trost, hören zu und leisten erste Hilfe für die Seele, wenn Menschen unerwartet mit einem Notfall konfrontiert werden. Seit den letzten Jahren gehört PSNV national wie international zum Versorgungsstandard. Bundesweite Unglücksfälle und Katastrophen wie das ICE-Zugunglück in Eschede 1998, der Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall 2006, das Zugunglück von Bad Aibling 2016 oder der Anschlag am Breitscheidplatz in Berlin 2016 haben deutlich gezeigt, wie wichtig und unerlässlich psychosoziale Versorgungsangebote für Betroffene und Einsatzkräfte sind.

  • In der Psychosozialen Notfallversorgung wird in zwei Zielgruppen unterschieden. Auf der einen Seite steht die Intervention bei akut psychisch belasteten/traumatisierten, aber nicht im bekannten Sinn verletzten Zivilpersonen im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsvorsorge (PSNV-B) und auf der anderen Seite steht die Betreuung von Einsatzkräften im Rahmen der Arbeitgeber-/Dienstherrenpflichten (PSNV-E). Dementsprechend differenziert ist das Aufgabenprofil der Landeszentralstelle. Das Aufgabenspektrum PSNV-B umfasst die Weiterentwicklung und Pflege des Netzwerkes zur PSNV für Überlebende, Angehörige, Hinterbliebene, Zeugen und/oder Vermissende. Hierzu gehören beispielsweise die Kontaktaufnahme und -pflege zu den bestehenden Regionalgruppen und Anbietern von psychischer Akuthilfe, die Organisation von überregionalen Arbeitstreffen, die Umsetzung und Vermittlung landesweiter Standards für die Ausbildung und Einsatztätigkeit, Beratung/Begleitung bei der Gründung und Qualifizierung neuer Regionalgruppen sowie die konzeptionelle Entwicklung und Bereitstellung fachlicher Materialien. Im Bereich PSNV-E steht ebenfalls die Weiterentwicklung und Pflege des Netzwerkes im Fokus. Hierzu zählen der Kontaktaufbau und die Kontaktpflege zu den für den Bereich Einsatznachsorge qualifizierten psychosozialen und seelsorgerlichen Fachkräften und speziell geschulten Einsatzkräften, die konzeptionelle Entwicklung von Unterrichtseinheiten an der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule und Ausbildungseinrichtungen von Notfallmedizin und Rettungsdienst und kirchlichen Einrichtungen sowie die Organisation und Durchführung überregionaler Arbeitstreffen. Zu den generellen Aufgaben gehören unter anderem die Vertretung der PSNV für Thüringen in Gremien auf Landes- und Bundesebene, die Entwicklung grundsätzlicher Strukturen als zentraler Ansprechpartner in fachlichen Fragen und die Unterstützung und Beratung der Katastrophenschutzbehörden bei der Sicherstellung von Psychosozialer Notfallversorgung.

  • Hier werden  in Kürze die PSNV-Teams vorgestellt.

  • Psychosoziale Notfallversorgung für Betroffene (PSNV-B)

    Haben Sie Interesse sich ehrenamtlich in der PSNV in Thüringen zu engagieren? Nachfolgend finden Sie Informationen zur Ausbildung, Terminen und Zugangsvoraussetzungen für die Mitarbeit in einem PSNV-Team.

    Gerne stehen wir Ihnen auch persönlich für Fragen zur Mitarbeit in der psychosozialen Akuthilfe zur Verfügung.

    aktueller Flyer zur PSNV-B Ausbildung

    Qualitätsstandards und Leitlinien

    Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E)

    Das Lehrgangsangebot der Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule wurde im Jahr 2020 um den Lehrgang „Grundlagen der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte“ erweitert. Termine und die Lehrgangsbeschreibung finden Sie hier.

    Grundlagen der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E)

Aktuelles

Covid-19 Banner

Seit Monaten hält die Corona-Pandemie uns in Atem. Kontaktbeschränkungen einzuhalten und gleichzeitig auf das psychische Wohlbefinden zu achten, stellt uns vor eine große Doppelbelastung. Sind es doch gerade die sozialen Kontakte, die uns gut tun, Zuversicht, Kraft und Hoffnung geben und dabei helfen positiv in die Zukunft zu blicken. Die Stärken der psychosozialen und seelsorgerlichen Notfallversorgung liegen darin, dass wir Menschen in schweren Zeiten Sicherheit und Halt geben, ihnen zuhören, ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen sowie Zuversicht und Hoffnung vermitteln. Ein Telefonat bietet unter den derzeitigen Bedingungen eine verlässliche Möglichkeit für Menschen da zu sein. Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ist beispielsweise das Corona-Sorgentelefon wieder angelaufen. Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenkreises Rudolstadt-Saalfeld und Beschäftigte der Diakoniestiftung Weimar-Lobenstein stehen als Gesprächspartner zur Verfügung. https://www.kreis-slf.de/landratsamt/

Oft vergessen wir in uns hineinzuhören, stellen unsere Bedürfnisse hintenan und vergessen uns selbst. In Kombination mit der derzeitigen angespannten Situation, wo wir Doppel- und Mehrfachbelastungen erleben, müssen wir mehr auf uns selbst achten und uns etwas Gutes tun. Ein Spaziergang im Wald, ein gutes Buch lesen, etwas leckeres kochen oder backen, mit Familie und Freunden telefonieren oder skypen oder manchmal auch einfach nur die Stille genießen. Der nachfolgende Artikel gibt Impulse, Belastungen wahrzunehmen und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf, diesen zu begegnen.

Kontakt

Leiter: Jochen M. Heinecke

Evangelische Kirche in Mitteldeutschland
Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales
Steigerstraße 24
99096 Erfurt

Koordinatorin: Anja Rödiger-Erdmann

Telefon

0361 57 33 13 753

E-Mail

psnv@tmik.thueringen.de

Wir sind da - Erreichbarkeit für Einsatzkräfte

Telefon: 0361 655 5275

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